GOL - das Turmspringen in

Pentecost / Vanuatu

gefördert durch die DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft)

von Juni 2002 bis Dezember 2005 unter dem Titel:

"Die Turmspringer von Pentecost: Mythos, Ritual, Grenzerfahrung."

Antragstellende Professoren:

Prof. Dr. Thomas Bargatzky, Ethnologie, Universität Bayreuth

Prof. Dr. Ulrich Berner, Religionswissenschaft, Universität Bayreuth

Durchführung der Studie:

Dr. Thorolf Lipp

 

Zu diesem Thema sind von Thorolf Lipp erschienen:

Lipp, Thorolf (2009)

UrSprung in der Südsee.

Staatliches Museum für Völkerkunde München

Paperback, 80 Seiten

(mit Martina Kleinert)

Link zum Projekt (Deutsch & English/Bislama)

 

Lipp, Thorolf  (2008 )

Gol – das Turmspringen auf der Insel Pentecost in Vanuatu.

Beschreibung und Analyse eines riskanten Spektakels.

LIT Verlag, Münster, Wien, etc.

Paperback: 452 Seiten

 

Lipp, Thorolf (2008)

Das Turmspringen der Sa in Vanuatu: Ritual, Spiel oder Spektakel? Eine dramatologische Perspektive.“
In: Willems, Herbert (Hg.) „Theatralisierung der Gesellschaft.“

Wiesbaden, VS Verlag, S. 305 - 330

 

Lipp, Thorolf (2005)

Vom Ursprung.

Arcadia Filmproduktion im Auftrag des Bayerischen Fernsehens

Kulturdokumentation: 45 Minuten

 

SYNOPSIS

Das Turmspringen auf der Insel Pentecost in Vanuatu gehört zu den am häufigsten photographierten und gefilmten kulturellen Phänomenen in Ozeanien. In diesem Buch wird es nun erstmals ethnographisch dicht beschrieben und ethnologisch analysiert. Die hier vertretene Ethnologie verweigert sich der ganz großen, modellbildenden Abstraktion und möchte das zu untersuchende Phänomen auch nicht in einem interkulturellen Kontext mit anderen, auf den ersten Blick vielleicht vergleichbaren Erscheinungen in Beziehung setzen. Statt dessen steht eindeutig das lokale Wissen und Handeln im Vordergrund. Die Arbeit weist auf das gol zu beziehende, historische Entwicklungen konkret und funktionale Zusammenhänge logisch nach. Kulturelle Bedeutungen versucht sie in ihren Strukturen zu erkennen und die Symbole, die daran geknüpft sind, verstehend zu erfassen. Sie benennt die handelnden Akteure und macht deutlich, daß alles, was heute über ein Phänomen ausgesagt wird, morgen in Teilen schon wieder ergänzungsbedürftig ist.

„Ziel dieser Arbeit ist es, die Multidimensionalität des Phänomens überhaupt zu zeigen und mit Hilfe eines polyparadigmatischen Theorieansatzes möglichst viele der, teils sehr dicht, über- und nebeneinander liegenden Schichten vorsichtig voneinander zu trennen, um sie letztlich doch zusammendenken zu können.“

 

VORWORT DES HERAUSGEBERS

Bilder von sich spektakulär in die Tiefe werfenden Menschen, deren einziger Sicherheitsanker um die Fußknöchel gebunden Lianen sind, sowie die fragil erscheinenden Turmkonstruktionen von dennoch beachtlicher Größe, haben das Turmspringen der Bewohner Pentecosts weltweit bekannt gemacht. Parallelen zum modernen Bungee Jumping wurden gezogen und Erklärungsansätze für diese Veranstaltung angeführt, die von archaischen Initiationsriten oder männlichen Mutproben sprechen. Vieles wurde in der Populärdiskussion vereinfacht und undifferenziert dargestellt, manches war schlichtweg falsch.

Der Autor des vorliegenden Bandes, der Ethnologe Thorolf Lipp, hat mit seiner Studie, die auf mehreren langen und akribischen Feldforschungen beruht, die bisher umfassendste und differenzierteste Darstellung dieses Phänomens geliefert. Er räumt mit falschen und eindimensionalen Erklärungsansätzen auf und liefert eine kompakte und äußerst detaillierte Erfassung der komplexen Zusammenhänge des in der Sprache der lokalen Sa-Bevölkerung gol genannten Brauches. Neben einer Reflexion der methodischen Herangehensweise und der Auseinandersetzung mit den für dieses Thema relevanten Theorieansätzen, präsentiert Lipp zunächst eine Fülle an historischen und ethnographischen Daten. Dabei werden Gesichtspunkte der Ethnologie des Körpers, Ordnungsvorstellungen von Raum und Zeit oder Verwandtschaftskategorien der Sa genauso behandelt wie Aspekte ihrer Mythologie oder ihres Ethos. Schließlich wird der Ablauf des Turmspringens ausführlich beschrieben.

Die besondere Qualität dieser Datensammlung liegt jedoch nicht in ihrer Akribie, sondern darin, daß im anschließenden Analyseteil alle ier ausgebreiteten Aspekte aufeinander bzw. auf das Turmspringen bezogen werden. So kann deutlich werden, was als eine zentrale Erkenntnis der Ethnologie gelten darf: „Alles hängt mit allem zusammen“, das Turmspringen ist ein „totales soziales Phänomen“. Lipp sucht in seiner behutsamen aber aussagekräftigen Deutung des Turmspringens nach Zusammenhängen zwischen Mythos, Symbolik und Ritual und fragt nach Funktionen und Bedeutungen des gol. Obwohl seine Interpretation eher einem dramatologischen als einem poststrukturalistischen Ansatz verpflichtet ist, kommt auch Lipp nicht umhin, vermeintlich naheliegende, aber zu kurz greifende Erklärungen über Ursprung und Bedeutung des Turmspringens zu dekonstruieren. Schließlich läßt er das Phänomen mit seiner These, es müsse als „riskantes Spektakel“ aufgefaßt werden, in einem gänzlich neuem Licht erscheinen, wodurch er der aktuellen ritualtheoretischen Diskussion einige neue Impulse verleihen kann. Die von Thorolf Lipp angestrebte deutliche Trennung von historischen und ethnographischen Daten einerseits und der ethnologischen Analyse andererseits ist erwähnens- und lobenswert. So will er nachfolgenden Forschern einen möglichst unverstellten Blick auf sein Material ermöglichen. Allerdings klammert er, mit Verweis auf Franz Boas’ Satz „you must have the guts to interpret“ die Analyse eben keinesfalls aus. Dabei weiß er natürlich, daß es unmöglich ist, ein Phänomen wie das Turmspringen in allen individuell und kollektiv wirksamen Bedeutungen und Funktionen zu erfassen oder gar ein für allemal zu verstehen. Sein  selbsterklärtes Ziel jedoch, „die Multidimensionalität des Phänomens überhaupt zu zeigen und mit Hilfe eines polyparadigmatischen Theorieansatzes möglichst viele der, teils sehr dicht, über- und nebeneinander liegenden Schichten vorsichtig voneinander zu trennen um sie letztlich doch zusammendenken zu können“,  hat er fraglos eingelöst.

Prof. Dr. Hermann Mückler.

Institut für Kultur- und Sozialanthropologie

Universität Wien, im Mai 2008

 

ZUSAMMENFASSUNG DER WICHTIGSTEN ASPEKTE

Einleitung

Zunächst stellt Thorolf Lipp die Frage nach dem aktuellen Forschungsstand. Dabei wird deutlich, daß bislang weder eine geschlossene Darstellung des Phänomens noch eine hinreichende, weil mehrdimensionale Exegese vorliegen. Das Ziel der Arbeit ist es daher, mit Hilfe eines multiparadigmatischen Theoriemodells, eine umfassende Sicht des Turmspringens zu gewinnen, um möglichst viele „Schichten“ der Veranstaltung beschreiben, analysieren und verstehen zu können. Lipp bedient sich hier des „Transdifferenz“ Konzeptes, weil er davon ausgeht, daß Lebenswelt immer von vielfältigen Überlagerungen, Mehrfachzugehörigkeiten und Zwischenbefindlichkeiten geprägt ist. Die „Wirklichkeit“ präsentiert sich als „geschichtetes Spannungsfeld“, in dem Gegensätze nicht selten zusammenfallen. Diese einzelnen „Schichten“ versucht der Verfasser sowohl behutsam voneinander zu trennen, als auch in einen übergreifenden Zusammenhang zu integrieren um verstehen zu können, welche Rolle das Turmspringen für das „Ethos“ der Sa insgesamt spielt. Dabei steht in der Arbeit ausdrücklich das „lokale Handeln und Wissen“ im Vordergrund. Der Versuch, das Phänomen zusätzlich auch noch in einen interkulturellen Vergleich zu betrachten, hätte sowohl den Rahmen der Untersuchung gesprengt als auch eine andere methodische Vorgehensweise notwendig gemacht.  

 

Erster Teil: Historische Hinführung

Mit einer knappen Einführung in die Kulturgeschichte, die jüngere politische Entwicklung sowie die heutige Bedeutung des Archipels als touristischer Destination, legt der Autor die Grundlagen für die nun folgende, genaue Betrachtung der historischen Entwicklung des kastom Phänomens in Südpentecost. Der Verfasser skizziert, unter welchen Bedingungen kastom in Pentecost entstehen konnte und welche Faktoren dabei maßgeblich waren: geographische Isolation, historische Zufälle, etwa eine vergleichsweise tolerante katholische statt einer puritanisch-protestantischen Missionierung, sowie die nachhaltige Wirkung einiger bedeutender „Chiefs“, die so selbstbewußt waren und über soviel Einfluß verfügten, daß sie den Wert der eigenen Lebensweise nicht nur zu erkennen, sondern auch aktiv gegen Anwürfe von Missionaren, Kolonialregierung und Nachbardörfern zu verteidigen in der Lage waren.

Karte des Vanuatu Archipels

 

Karte des Sa Gebietes in Südpentecost

Dabei wird deutlich, daß kastom heute keineswegs nur als bloßes Festhalten an bestimmten „traditionellen“ Formen verstanden werden kann. Vielmehr handelt es sich um eine Erscheinung, der schon in den 50er Jahren das nahende Ende prophezeit wurde, die sich aber einerseits als erstaunlich widerstandsfähig erwiesen hat und andererseits einem ständigen Entwicklungsprozeß unterworfen war und ist. Auch das Turmspringen kann, soviel wird im Verlauf der Arbeit immer deutlicher, nur als eingebettet in diese, durchaus dynamischen Veränderungen unterworfene Lebenswelt begriffen werden.

 

Zweiter Teil: Ethnographische Daten

Im zweiten Teil der Arbeit werden diejenigen ethnographische Daten ausgebreitet, deren Kenntnis der Autor für ein profundes Verständnis des Turmspringens für unabdingbar hält, da dieses nur als eingebettet in den gesamtgesellschaftlichen Kontext begriffen werden kann.

Zunächst beschäftigt sich Thorolf Lipp mit der herausragenden Bedeutung, die das Tragen der traditionellen Kleidung, Penisbinde und Grassrock, für die kastom Bevölkerung besitzt. Die traditionelle Tracht ist, so belegt er, das unmittelbar sichtbarste Fanal der Andersartigkeit zwischen den kastom Anhängern und den Bewohnern der unmittelbar benachbarten,  missionierten skul Dörfer.

Während meines Feldaufenthaltes im Jahre 2004 erschien der etwa achtunddreißigjährige Betu Oska, ein fleißiger, stolzer und mitunter auch ein bißchen eitler Mann, hin und wieder in besonders ausgefallener Kleidung auf dem Tanzplatz, um mit seinen Freunden die abendliche Kava zu trinken. Zusätzlich zur Penisbinde trug er manchmal eine rote Windjacke mit blauen Ornamenten und weißen Streifen, blauweiß gekringelte Fußballsocken und farblich passende Turnschuhe, die ihn als einen der besten Fußballspieler von Südpentecost ausweisen sollten. Abgerundet wurde diese außergewöhnliche Erscheinung durch ein handgeflochtenes Täschchen aus Pandanus, das jeder Mann besitzt, um Tabak, Streichhölzer, ein kleines Messer oder Geld griffbereit zu haben. Betu Oska war sichtlich stolz auf seine Kreation, die er selbst einerseits als schick und andererseits als ganz und gar der kastom Etikette entsprechend empfand. Das Bild läßt das Zusammenfallen der vermeintlichen Gegensätze „Tradition“ und „Adaption“ augenfällig werden und unterstreicht eindrucksvoll die Lebendigkeit von kastom. Der heuristische Wert des Transdifferenz Konzeptes wird hier ganz konkret und unmittelbar augenfällig deutlich. (Thorolf Lipp)

 

Anschließend vermittelt er einen Überblick über den Mythenkanon der Sa. Dabei wird deutlich, daß zwei Themen eine besonders zentrale Rolle spielen, die sich für das Verständnis des Ethos dieser Ethnie als bedeutsam erweisen werden: ein ausgeprägter Mann-Frau Dualismus sowie die Vorstellung von besonderen prokreativen Fähigkeit der Männer. Im folgenden versucht der Autor, ebenfalls anhand des verfügbaren Mythenmaterials, eine Rekonstruktion der Besiedlungsgeschichte des Dorfes Bunlap-Bena. Deutlich wird dabei v.a. die besondere Position eines bestimmten Clans, der remlili buluim. Dis wird sich auch als für die Betrachtung des Turmspringens als relevant erweisen, da auch hier Vertreter dieses Clans eine ungewöhnliche Rolle einnehmen. Die nächsten beiden Kapitel stellen einen Überblick über wichtige Eckpunkte sozialer Organisation der kastom Sa dar. Behandelt werden zunächst grundlegende Ordnungsvorstellungen: die physische Ordnung von Haus, Dorf und Land sowie deren Rückkopplung zur sozialen und politischen Ordnung. Schließlich zeigt der Verfasser anhand des rituellen Jahreskalenders, welchen Ordnungsvorstellungen die Zeit unterworfen ist und welche Wechselwirkungen es hier zur sozialen, religiösen und politischen Sphäre gibt. Anschließend beschäftigt sich der Autor mit dem komplexen Verwandtschaftssystem, das die kastom Sa als patrilineare Gesellschaft, mit jedoch deutlich sichtbaren matrilinearen Elementen,  erscheinen läßt. Auf dieser Grundlage versucht der Verfasser schließlich, sich einem genaueren Verständnis des „Ethos“ der Sa anzunähern. Dazu beschäftigt er sich ausführlich mit Fragen der Politik, hier v.a. mit dem komplexen System an käuflichen Titeln, mit lokalen Formen der Magie, wirtschaftlichen Strategien, sowie der Bedeutung von Rednertum, physischer Kraft und Mut. Der Verfasser kommt zum Schluß, daß es sehr unterschiedliche, institutionell teils völlig voneinander entkoppelte Wege sind, die ein Mann beschreiten muß, um ein im Sinne des Ethos der kastom Sa erfülltes, ahnsehnliches Leben zu führen. Vorausgreifend läßt sich sagen, daß sich die ausführliche Behandlung von Mythenkanon, Ordnungsvorstellungen, Verwandtschaftssystem und Ethos als notwendige Grundlagenarbeit erweist, von der aus das in dieser Arbeit angestrebte Verständnis des Turmspringens erst in Angriff genommen werden kann.

 

Ausschnitt aus:" Vom Ursprung". Film von Thorolf Lipp (2005)

Da der Leser nun einen ersten Überblick über die wichtigsten Institutionen der Sa und deren Zusammenwirken besitzt, kann auf dieser Folie eine ausführliche Beschreibung des Turmspringens erfolgen. Zunächst stellt Thorolf Lipp „mitteilbare“ ethnographischen Daten vor: er skizziert sowohl die Aufgaben der am Turmbau beteiligten Männer als auch Organisation und Ablauf des Turmbaues an sich. Dabei macht er deutlich, welche mittelbaren und unmittelbaren Zusammenhänge zwischen zuvor beschriebener Sozialstruktur und Turmbau bestehen. Anschließend widmet er sich Fragen der materiellen Kultur, indem er genau schildert, und anhand einer Reihe von eigens angefertigten Zeichnungen auch anschaulich illustriert, welche Methoden die Sa beim Turmbau anwenden. Der Verfasser versucht anhand der, teils heute noch gebräuchlichen, teils nur noch in der Überlieferung lebendigen Bautechniken, mögliche Entwicklungsphasen des Turmspringens nachzuzeichnen. Dabei stellt sich heraus, daß mit einiger Wahrscheinlichkeit der Norden des Sa Gebietes als Ursprungsort des Turmspringens gelten darf. Eine Entdeckung, die sich im weiteren Verlauf der Arbeit noch mehrfach als relevant erweisen wird.

Gol melala

Die wahrscheinlich älteste  Bautechnik: Sprungbretter werden einfach in einem dafür geeigneten Baum befestigt.

 

Gol bereti

Ein zweidimensionales, leiterähnliches Gerüst wird an einen Baum angelehnt. Eine mögliche Weiterentwicklung der Bautechnik.

 

Gol abwal

Eine dreidimensionale Holzkonstruktion, die heute noch im Norden des Sa Gebietes so gebaut wird. Der Turm wird in der oberen Hälfte recht schwer und kann daher leichter umfallen.

 

Gol ari

Die ausgereifteste Bauweise. Der nach oben hin schmaler werdende Turm ist besser ausbalanciert, die schrägen Verstrebungen federn den Schock des Aufpralls besser ab.

 

Die einzelnen "Etagen" des Turmes repräsentieren die unterschiedlichen Teile des menschlichen Körpers.

 

Der Verfasser beendet dieses Kapitel mit der genauen Beschreibung des Ablaufes der Veranstaltung sowie einer Auswahl an, teils wörtlich, teils sinngemäß übersetzten, Liedern, die beim späteren Versuch einer Exegese relevant werden. Obwohl der Verfasser sein Hauptaugenmerk auf die Untersuchung des Turmspringens im kastom Dorf Bunlap richtet, so meint er doch, daß eine umfassende Untersuchung der Veranstaltung ohne die Berücksichtigung der „zweiten Geschichte“ des Phänomens, die im Kontext eines stetig zunehmenden Tourismus auf der besser zugänglichen Westseite der Insel Pentecost anzusiedeln ist, nicht vollständig wäre. Dies um so mehr, als daß dem Turmspringen seit beinahe fünfzig Jahren eine stets zunehmende ökonomische Bedeutung zukommt. Der Verfasser zeichnet daher die Grundzüge dieser „zweiten Geschichte“ erstmals für ganz Pentecost nach und benennt die wichtigsten Akteure in diesem für die Sa Gesellschaft so wichtigen Handlungsfeld. Schließlich weist er nach, daß es verschiedene Formen des gol-Tourismus gibt, die durchaus unterschiedlich organisiert sind.

 

Dritter Teil: Ethnologische Analyse

Hat der Verfasser im ersten und zweiten Teil seiner Arbeit historische und ethnographische Daten ausgebreitet, so stellt der dritte Teil den Versuch einer Analyse dieses Materials in Hinblick auf die Bedeutung des Turmspringens dar. Der Verfasser unterzieht zunächst das Mythenmaterial einer strukturalistischen Analyse. Dabei macht er deutlich, daß es sich bei diesem Vorgehen, angesichts der Fragestellung und des an und für sich zu wenig umfangreichen Materials,  um ein „Experiment mit offenem Ausgang“ handelt. Allerdings setzt er seine Ergebnisse im folgenden mit einer Symbolanalyse in Beziehung, wobei sich eine erstaunliche Schlüssigkeit beider Befunde herausstellt. Das Turmspringen, so scheint es nach der Zusammenschau von Mythen- und Symbolanalyse, muß als „künstliche Geburt“ von Jungen und Männern durch das Kollektiv der Männer begriffen werden, das die männliche Autochthonie betont und männliche Prokreationskraft, auch und gerade vor den Augen der Frauen, konkret zur Schau stellt.

Das Turmspringen ist eine Art "Beweis" für die Authochthonie der Männer

aber KEIN INITIATIONSRITUAL!

 

Die Frauen stehen unter dem Turm und sehen den Männern bei den gefährlichen Sprüngen zu. Die Teilnahme ist Ihnen verboten obwohl sie, dem Mythos zufolge, das Turmspringen dereinst "erfunden" haben. In einem typischen "Umkehrmythos" wird beschrieben, wie die Männer sich diese besondere Fähigkeit der Frauen angeeignet haben.

 

Das Kollektiv der Männer hat einen Turm gebaut, der die Form eines menschlichen Körpers hat. Nur mit einer "Nabelschnur" gesichert, stürzen sich die Springer von 15 bis 30 Metern Höhe in die Tiefe um "neu geboren" zu werden

 

Durch das Kollektiv der Männer "neu geboren". Allerdings spielerisch, ohne dauernden Statuswechsel oder das Hinzukommen neuer Privilegien. Turmspringen bzw. gol ist, wörtlich übersetzt, das "Spiel mit dem Körper".

Dieses Ergebnis kontrastiert Thorolf Lipp mit dem Versuch einer Analyse des Turmspringens anhand einiger zentraler Kategorien des Religionswissenschaftlers Mircea Eliade, z.B. dem „Aufstieg in den Himmel“, dem „Durchbrechen der ontologischen Ebenen“, dem „Flug“ etc. Hierbei erweist sich, daß Eliades Kategorien, obwohl sie in geradezu „archetypischer“ Manier auf das Turmspringen anwendbar zu sein scheinen, sich mit dem ethnographischen Befund nicht decken und zum Verständnis des symbolischen Kerns des Phänomens keinen Beitrag zu leisten in der Lage sind.

 

Ausschnitt aus:" Vom Ursprung". Film von Thorolf Lipp (2005)

Der Frage, um „welche Art der Veranstaltung“ es sich beim Turmspringen eigentlich handelt, will Lipp mit dem nun folgenden Exkurs in die Ritualtheorie begegnen. Hier fragt er in erster Linie nach dem Nutzen der von Victor Turner entwickelten liminal/liminoid Terminologie, setzt diese jedoch auch in Beziehungen zur Spieltheorie sowie zu, teils von der Spieltheorie maßgeblich beeinflußten, neueren Theorien des Rituals, etwa den eher an der Bedeutung der Performanz (bzw. eben des Ludischen) orientierten Überlegungen von Staal, Humphrey and Laidlaw, Michaels u.a.. Thorolf Lipp meint jedoch, daß sich das Phänomen anhand dieser, für den vorliegenden Fall insgesamt zu wenig konkreten Begriffe, nur ungenau beschreiben läßt. Weder kann es als typisches liminales Initiations- oder Fruchtbarkeitsritual gelten, noch kann man es als liminoides Spiel begreifen. Der Verfasser weist nach, daß Initiation in der kastom Sa Gesellschaft innerhalb des überaus elaborierten Sets an warsangul Titelritualen vollzogen wird, daß das juban Ritual in geradezu „archetypischer“ Weise einem Fruchtbarkeitsritual entspricht usw. Da sich das Turmspringen also in die, vom Verfasser  knapp skizzierten „klassischen“ Ritualtheorie, nicht einordnen läßt, spricht sich dieser gegen ein Aufweichen der bestehenden Terminologie aus. Vielmehr plädiert er, basal ausgedrückt, für die Beibehaltung einer Ritualtheorie, die das Ritual als eine „in actu“ Setzung des Symbols bzw. „mythischer Substanz“ versteht. Auf dieser Folie plädiert der Autor dafür, das Turmspringen nicht als Ritual, sondern als „riskantes Spektakel“ zu bezeichnen. Er folgt damit v.a. dem Turner Schüler John MacAloon, der den Begriff für die Ethnologie fruchtbar gemacht, damit jedoch auch Turners Begriff der Liminoidität in Frage gestellt hat. Der Autor endet seine Analyse mit einer Untersuchung von möglichen „Funktionen“ des Turmspringens. Dabei wird deutlich, daß der Veranstaltung auf der individuellen, der lokalen, der regionalen und jüngst auch der nationalen Ebene, eindeutige Funktionen zugewiesen werden können. Möglicherweise können durch es Konflikte zwischen Individuen gelöst werden und der Einzelne kann an Profil und Einfluß gewinnen, die ihm in anderen Bereichen wiederum – indirekt - zum Vorteil gereichen. Sicher kommt ihm, auf lokaler Ebene, die Funktion einer „Ventilsitte“ zu. Betrachtet man es regional, dient es der Friedenssicherung bzw. –stiftung. Schließlich hat es, aufgrund seiner heute enorm hohen wirtschaftlichen Bedeutung, zu einer nachhaltigen Veränderung von Macht und Herrschaft beigetragen, die soweit geht, daß sich sogar der moderne Staat besorgt zeigt und aktiv einschaltet.

 

 

SCHLUSSKAPITEL VON:

"Gol – das Turmspringen auf der Insel Pentecost in Vanuatu.

Beschreibung und Analyse eines riskanten Spektakels."

 

Was unser Denken begreifen kann, ist kaum ein Punkt,

fast gar nichts im Verhältnis zu dem, was es nicht begreifen kann.

John Locke (1632-1704)

Zu Beginn dieser Arbeit wurde die Frage gestellt, um was für eine Veranstaltung es sich beim Turmspringen eigentlich handelt. Die bislang entwickelten monokausalen Interpretationen reichten von einfachen Analogieschlüssen (wie:„das Turmspringen ist eine Imitation des Trainings amerikanischer Fallschirmspringer“) über Erklärungen (wie: „it’s a manhood thing“) bis zu der vermeintlich auf der Hand liegenden Deutung es sei ein Initiationsritual. Komplexere Erklärungsversuche meinen, das gol beinhalte „many spiritual and cultural values“, oder sie beschreiben das Phänomen als „gut“ für die „Psychohygiene“ und/oder als eine Institution, die dazu diene, die „Frauen zu beeindrucken“, um „häusliche Probleme“ zu lösen. Außerdem ist es für ein „Ritual mit therapeuthischer Wirkung“ gehalten worden, das „Körper und Geist gesunden“ lasse und eine „gute Yamsernte“ garantieren soll. Schließlich hat man es als Fruchtbarkeitsritual betrachtet, durch das „männliche Kraft zelebriert“ wird und das analog zum „Emporsteigen auf das Dach des Männerhauses“ bei manchen warsangul Ritualen verstanden werden müsse.

Ich habe mich bemüht zu zeigen, daß alle der hier vorgestellten Interpretationen zu kurz greifen. Einerseits stoßen sie weder zum eigentlichen „Kern“ des Phänomens vor, noch gelingt es ihnen anderseits, die vielfältigen impliziten und expliziten Bezüge zu erfassen, die das Turmspringen als ein wesentliches Elemente der kastom Sa Kultur erscheinen lassen und, direkt oder indirekt, mit vielen anderen Institutionen symbolisch oder funktional verbindet. Insofern muß man konstatieren, daß sich ein Großteil der auf Tafel 1 aufgestellten Behauptungen nicht bewährt hat und diese dementsprechend korrigiert werden muß. Lediglich die sehr allgemeinen Aussagen, das Turmspringen sei „a manhood thing“ und die Überlegung, es sei dazu angetan, die Frauen zu beeindrucken, haben sich, wenngleich ursprünglich anders gemeint, teilweise als zutreffend herausgestellt. Darauf, was das gol alles nicht ist, möchte ich an dieser Stelle nicht mehr eingehen, vielmehr sollen nun nochmals meine wichtigsten Ergebnisse resümiert werden:

 

Die Untersuchung hat erbracht, daß das Turmspringen der Sa als ein „riskantes Spektakel“ betrachtet werden muß, das auf mehreren, unterschiedlichen Ebenen Bedeutungen entfaltet. Analysiert man Mythen und Symbole, begegnet uns unverkennbar das Motiv einer künstlichen Geburt bzw. kollektiven Vaterschaft. Die Entdeckung dieses Motivs an sich ist keinesfalls neu oder gar einzigartig, eine nachgeburtliche Behandlung der Knaben durch die Männer läßt sich weltweit immer wieder beobachten. Allerdings trägt diese dann in aller Regel die typischen Merkmale einer rituellen Initiation, sie setzt  also für die Mitglieder einer Altersgruppe die verpflichtende Teilnahme voraus, kreiert eine communitas, schafft Liminalität und hat den Statuswechsel der Initianden zur Folge. Dies alles ist beim gol nicht der Fall. Denn obwohl es unverkennbar die Züge einer künstlichen Geburt trägt, fehlen ihm doch, erstaunlicherweise, die typischen Merkmale des eigentlichen Initiationsrituals. Ob die rituellen Elemente einst stärker ausgeprägt waren als heute, und das gol früher vielleicht ein „echtes“ Initiationsritual darstellte, läßt sich wohl nicht mehr rekonstruieren bzw. abschließend beantworten. Allerdings könnte ein kulturübergreifender Vergleich mit anderen, ähnlichen Phänomenen das hier erzielte Ergebnis in einen größeren Kontext stellen und daher auch in ritualtheoretischer Hinsicht aufschlußreich sein. Es hat sich herausgestellt, daß der Versuch, das gol in die gängigen begrifflichen Kategorien einzuordnen, mit einigen Schwierigkeiten verbunden ist. Dies aufgezeigt zu haben, könnte man vielleicht als den wichtigsten theoretischen Ertrag dieser Arbeit bezeichnen, der einer künftigen Diskussion einige fruchtbare Impulse geben kann: Ich meine belegt zu haben, daß das Turmspringen sich der liminal-liminoid-Dichotomie von Victor Turner entzieht, daß diese, mit anderen Worten, neu zu überdenken ist. Denn obwohl das Turmspringen eindeutig in einem „vormodernen“ Kontext angesiedelt war, und teils bis heute noch ist, trägt es weitaus mehr liminoide als liminale Züge. Insofern könnte man meinen, daß meine Ergebnisse allen denjenigen gelegen kommen, die die „Vielstimmigkeit“ des Rituals postulieren. Ich habe diesbezüglich aber bereits deutlich gemacht, daß man nicht gut daran tut, den Begriff des „Rituals“ zu weit zu überdehnen, da er sonst noch weiter an Trennschärfe gegenüber den anderen Formen der kulturellen Performance verliert. Wenn es nun einmal der Fall ist, daß sich das gol nicht als Ritual beschreiben läßt, ist es sinnvoller, einen anderen Begriff dafür heranzuziehen, als den bestehenden zu erweitern. Da sich das Turmspringen heute als eine Art aufwendig inszeniertes Spiel präsentiert, habe ich es, wie ich meine aus guten Gründen, als „riskantes Spektakel“ bezeichnet. Den Begriff der „Liminoidität“ hingegen verwerfe ich als unbrauchbares, weil zu unscharfes begriffliches Instrument.

Eine weitere Dimension des Turmspringens erschließt sich, wenn man es mit der Verwandtschaftsordnung der Sa in Beziehung setzt. Deren heute patrilineares System enthält nämlich nach wie vor auch einige unübersehbar matrilineare Elemente, weshalb ich die Frage aufgeworfen habe, ob der Übergang zwischen Matri- und Patrilinearität hier möglicherweise ein eher rezentes Ereignis gewesen sein könnte. Jedenfalls weist auch dieser Befund in Richtung einer Interpretation des gol als zweite Geburt, die die Prokreationskraft der Männer de facto herstellt. Konkret könnte man es auf dieser Folie als eine Form des Gebärneides begreifen, als den Versuch der Männer, mittels dieses unmißverständlichen Symbols Patrilinearität konkret zu etablieren. Gerade weil die Ethnien im Norden der Insel Pentecost bis heute matrilinear organisiert sind und der wahrscheinlichste Ursprungsort des Turmspringens im Norden des Sa Gebietes liegt, also genau dort, wo die Grenze der Verwandtschaftssysteme verläuft, muß diese Möglichkeit zumindest in Betracht gezogen werden. Beweisen kann man sie nicht.

Zur möglichst vollständigen Erfassung des gol war es nötig, über die bloße Mythen- und Symbolanalyse hinauszugehen und die Frage nach seinen möglichen Funktionen zu stellen. Obwohl das gol vor allem durch Zwanglosigkeit und Freiwilligkeit geprägt ist, bleibt es nicht ohne funktionale Rückbezüge zu anderen Institutionen der Sa, sondern präsentiert sich als eine Veranstaltung mit mehreren, teils komplett voneinander entkoppelten „Gewinnchancen“ für den Einzelnen, der es als Einkommensquelle betrachten kann, als Gelegenheit seinen Mut zu zeigen oder als Möglichkeit, seinen sozialen Aufstieg indirekt durch das erfolgreiche Organisieren oder Veranstalten des Turmspringens zu befördern. Sowohl die Anforderungen, die durch das Turmspringen an den Einzelnen gestellt werden, als auch die Möglichkeiten, die sich dadurch für seine weitere Entwicklung eröffnen, fügen sich nahtlos in das dem sozialen Leben der Sa zugrundeliegende Ethos ein, bei dem ein Mann durch seinen Einsatz auf sehr verschiedenen Gebieten sozial aufsteigen kann. Darüberhinaus kann das Turmspringen aber auch auf der überindividuellen Ebene bestimmte Wirkungen entfalten. Es kann als Ventilsitte beschrieben werden, weil durch ein gol bestimmte soziale Konflikte auf dörflicher Ebene gezielt entschärft und der lokale Frieden wiederhergestellt wird. Es dient zumindest zweitweise dazu, regionale Konflikte beiseite zu schieben und trägt dadurch zur Bildung neuer Allianzen und folglich zur Friedensstiftung bei.

Obwohl Pentecost in jeder Hinsicht an der Peripherie gelegen ist, darf man nicht vergessen, daß es auch hier belegbare historische Prozesse gegeben hat, die man kennen und berücksichtigen muß, wenn man verstehen will, was das Turmspringen heute bedeutet. Wir haben es mit einer „Insel der Geschichte“ zu tun, die sich nicht zuletzt aufgrund der Überschaubarkeit der Vorgänge für eine historische Betrachtung geradezu anbietet und manche Rückschlüsse und Rekonstruktionen vielleicht leichter ermöglicht, als es anderswo der Fall wäre. Ich habe gezeigt, daß Sandelholzhändler, „Blackbirder“, Walfänger, Missionare, Kolonialherren und seit einigen Jahrzehnten auch Ethnologen, Filmemacher, Touristen und die nationale Politik einen erheblichen Einfluß auf die Kultur der Sa ausgeübt haben. Das Turmspringen ist davon keineswegs unberührt geblieben, sondern stand und steht in einem wechselseitigen Prozeß, in dem verschiedene Interessen austariert werden. So spielt es seit vier Jahrzehnten, aufgrund seiner enormen Bedeutung als finanzielle Ressource, eine neue, ja geradezu entscheidende  Rolle bei der Konstituierung von Macht und hat in der Tat mit dazu beigetragen, traditionelle Vorstellungen von Herrschaft bei den kastom Sa nachhaltig zu verändern. Zuletzt ist es sogar zu einem wichtigen Symbol nationaler Identität geworden, was zu einer Ausweitung seiner Symbolwirkung, aber auch zu Bestrebungen des Staates geführt hat, an der Kontrolle und Definition der Veranstaltung teilzuhaben.

Ein totales soziales Phänomen wie das Turmspringen in allen individuell und kollektiv wirksamen Bedeutungen und Funktionen zu erfassen, ist unmöglich. Ziel dieser Arbeit war es vielmehr, die Multidimensionalität des Phänomens überhaupt zu zeigen und mit Hilfe eines polyparadigmatischen Theorieansatzes möglichst viele der, teils sehr dicht über- und nebeneinanderliegenden Schichten, vorsichtig voneinander zu trennen um sie letztlich doch zusammendenken zu können. Es ist zu hoffen, daß die vorliegende Schrift zum einen als ethnographisches Dokument die bisher verfügbaren Daten ergänzen und zum anderen, aufgrund der mitunter vielleicht überraschenden Befunde, die Theoriediskussion beleben kann.

 

 

 

Weitere Publikationen direkt zum Thema:

de Burlo, Chuck ( 1996)
Cultural resistance and ethnic tourism on South Pentecost, Vanuatu
In: Butler, Richard und Hinch, Tom
Tourism and Indigenous Peoples.
London und Boston. International Thomson Business Press.

Jolly, Margaret (1994a)

Women of the Place. Kastom, colonialism and gender in Vanuatu
Chur, Harwood

Jolly, Margaret (1994b)

Kastom as Commodity: The Land Dive as Indigenous
Rite and Tourist Spectacle in Vanuatu.
In: Lindstrom & White (eds.) Culture - kastom - Tradition.
Developing Cultural Policy in Melanesia.
Suva, Institute of Pacific Studies, University of the South Pacific.

Muller, Kal (1970)
Land Diving With the Pentecost Islanders
In: National Geographic: December 1970 ( Vol 138, No.6: 796-817)

Muller, Kal (1971)

Le saut du Gol dans le sud de l’ile Pentecôte aux Nouvelles-Hébrides.
In: Journal de la Société des océanistes. XXVII (32): 219-233.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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